Hallo zusammen, mein Name ist Marvin Gehrt-Hörster und ich bin freiberuflicher Autor von Fantasy-, SciFi- und Horrorgeschichten.
Im Juni 2026 wurde mein Debüt-Roman "Soulbane, Band 1: Im Bann des Flüsterers" [Epische High-/Dark-Fantasy] über den Tiny Tusk Verlag veröffentlicht: https://www.tinytusk.net/produkt/klingenwind-1/
Im Oktober 2026 folgte mein Horror-Thriller mit Mystery-Elementen "Sub-Liminal: Stell dich dir selbst" über den Chapter Queens Verlag:
https://chapterqueens.de/
2027 folgen zwei weitere Romane über den Chapter Queens Verlag und den Valmis Verlag.
Und wie ihr euch denken könnt, bin ich seit meiner Kindheit großer Lego Bionicle Fan. Ich habe fast alle Sets bis auf die schwer zu kriegenden Specials wie Lesovikk, Karzhani etc. wobei ich diese auch noch jage. Ich habe als Kind quasi mit nichts anderem mehr gespielt.
Und deswegen möchte ich hiermit beides kombinieren: meine Leidenschaft als Autor und als Fan von Bionicle, um euch einen Dark Fantasy Roman zu präsentieren, der die bestehende Lore nicht überschreibt, sondern gezielt erweitern soll.
Bitte hinterlasst unbedingt Feedback, ob die Geschichte weiter gehen soll, was euch gefällt und was ihr besser finden würdet.
-> Dafür lege ich ein entsprechendes Feedback-Topic an
Bionicle: Cordak
Acht Toa. Acht Fremde. Das erste Team, das das Matoran-Universum je kannte. Sie wurden nicht gerufen — sie wurden erschaffen, und dann sich selbst überlassen.
Prolog
Der Kanal war breit genug, dass zwei der großen Handelsschiffe der Ga-Matoran bequem aneinander hätten vorbeigleiten können, aber Orvek war allein auf seinem Boot. Die Wände waren aus glattem, feuchten Stein und ragten weit in die Höhe. Feine Risse der Zeit durchzogen sie, bewuchert mit Tarutaru-Gras, dessen Halme in den dämmrigen Tiefen des Grabens ein blasses, fast unsichtbares Blaugrün von sich gaben. Das war kein Licht, das leuchtete, sondern ein Licht, das die Dunkelheit nur ein wenig weniger vollkommen machte.
Das Wasser war trüb, aber nicht wegen des wirbelnden Schlamms, sondern wegen dieser merkwürdigen Reglosigkeit, die eintrat, wenn die Strömung über Zyklen hinweg eingeschlafen war. Es roch nach nassem Stein, abgestandenem Wasser und einem Hauch von Schmieröl, das Orvek auf die Gelenke seiner Ruder aufgetragen hatte. Die Luft stand im Kanal, schwer und unbeweglich, denn hier unten gab es keinen Wind.
Orvek stöhnte, während der das Ruder umriss. Sein rechter Arm zog nicht mehr mit der Kraft vergangener Jahre mit. Er spürte den Widerstand im Gelenk, spürte, wie seine Fasern sich ihm verweigerten. Doch er dachte nicht darüber nach. Stattdessen verlagerte er das Gewicht auf die linke Seite, glich den Rhythmus an und hielt das Boot auf Kurs.
In den letzten Siedlungen sagte man ihm, dass die Handelsrouten nun wieder sicher seien. Ein Team von Toa hätte die Wege gesäubert.
Ein Team von Toa. Das war neu.
Orvek hatte es einfach hingenommen, hatte genickt und seine Vorräte verstaut. Er hatte nicht nach dem Team der Toa gefragt oder ihre Taten hinterfragt. Er war Händler. Seine Aufgabe war es, Waren von A nach B zu liefern. Und solange der Kanal frei war, spielten die Namen derjenigen, die ihn freihielten, keine Rolle.
Orveks Boot lag gefährlich tief im Wasser. Seine Fracht bestand aus einfachen Metallteilen, Werkzeugen aus Protostahl und schwerem Gewebe, die die Planken nach unten drückten. Das Wasser sog rhythmisch an den Ruderblättern, erzeugte jedes Mal ein schmatzendes Geräusch, dass von den Kanalwänden zurückgeworfen wurde.
Klack.
Orvek war so in seinem Rhythmus gefangen, dass ihn ein anderes Geräusch irritierte. Dieser Ton passte nicht in den Rhythmus, klang wie Holz auf Metall. Orvek hielt an, hob das rechte Ruder aus dem Wasser und starrte auf die dunkle Oberfläche des Wassers. Dort trieb etwas, das das Licht der Leuchtkristalle an der Decke einfing. Er manövrierte das Boot ein Stück zur Seite und griff ins Wasser.
Seine Finger schlossen sich um kaltes, schweres Metall. Er zog es nach oben. Protostahl, eindeutig. Ein langer Schaft, der in drei scharfen, makellosen Zinken endete.
»Ein Dreizack«, staunte Orvek, »Sowas findet man nicht alle Tage.«
Orvek ließ seinen Blick über das Fundstück gleiten. Kein Rost, keine Scharte an den Klingen. Der Dreizack sah aus, als hätte ihn jemand erst vor wenigen Sekunden dort abgelegt. Er drehte das schwere Stück in seinen Händen.
»Das ist kein Werkzeug von Matoranern«, flüsterte er, »Das gehört hier nicht hin.«
Orvek betrachtete den leeren Griff, dann die ruhige Wasseroberfläche. Nichts regte sich: keine Wellen, keine Blasen, kein Zeichen von Leben oder Tod.
»Das gehört nirgendwo hin.«
Orvek legte den Dreizack quer in sein Boot, verstaute ihn ordentlich neben eine Kiste mit Bolzen, bevor er wieder zu den Rudern griff.
Einige Meter weiter geschah es wieder.
Klack.
Halb untergetaucht im seichten Wasser am Rand trieb noch etwas. Ein kurzer Stiel, der in einem massigen Kopf endete. Eine Axt. Orvek fischte sie heraus und legte sie an das Ende des Dreizacks.
Kurz darauf fand er den Schaft eines Stabes. Die Bruchstelle war sehr präzise, fast schon unheimlich präzise. Der Schnitt war glatt, ohne Grat oder Splitterung. Orvek betrachtete die Kante und legte den Schaft schweigend zu den anderen Fundstücken.
Klack.
Kaum ein paar Meter weiter gekommen, passierte es erneut. Orvek fand eine breite, mattgraue Klinge und hob sie an der Parierstange aus dem Wasser. Er spürte die Kälte des Metalls durch seine organischen Fasern bis in die Gelenke. Das Schwert war kalt. So wie jedes Schwert kalt war, dessen Träger nicht mehr nach ihm rief.
Orvek sah sich um. Hier war nichts. Keine Körper, keine Rüstungen, keine Kanohi-Masken. Nur diese Werkzeuge, die nun schwer und nutzlos in seinem Boot lagen.
»Nun dann«, sagte er und rieb sich die Hände.
Er sortierte die Axt neben das Schwert und den Dreizack parallel zum Bootsrand.
»Alles, was ich transportieren kann, ist auch nur Ware, die von einem Ort zum anderen muss.«
Er nahm die Ruder wieder auf, spürte, wie das zusätzliche Gewicht das Boot noch ein winziges Stück weiter sinken ließ. Orvek musste seinen Schlag anpassen: Der linke Arm drückte, der rechte führte. Das Boot glitt weiter durch das stille, blaugrüne Dämmerlicht des Kanals.
Am Ende des Kanals lag das Ziel: eine Siedlung, bestehend aus wenig mehr als ein flacher Steg, der sich wie graue Finger in das trübe Wasser streckte. Ein paar Lagerhäuser aus grobem Stein lehnten sich gegen die feuchten Felswände. Auf dem Steg arbeiteten drei Matoraner, bewegten Kisten, rollten schwere Taue auf und tauschten knappe Worte aus, die in der stillen Luft kaum über die Wasserkante reichten.
Mit einem letzten, gezielten Ruderschlag lenkte Orvek sein Boot an die Anlegestelle. Das Holz knarrte leise, als es gegen die steinerne Flanke des Stegs stieß. Er machte die Leine ohne Hast fest, so wie er es schon tausendmal zuvor getan hatte.
Dann trug er die Fundstücke alle einzeln an Land. Zuerst den Dreizack, dann die Axt, gefolgt von dem schwer und dem gebrochenen Stab. Er legte sie ordentlich nebeneinander auf dem grauen Stein des Stegs ab, die Klingen parallel zueinander, die Griffe sauber ausgerichtet zum Ufer.
Einige Schritte entfernt saß eine Ga-Matoran auf einem niedrigen Holzhocker. Ihre dunkelblaue Rüstung war matt und an einigen Stellen leicht mit Moos bewachsen. Sie fädelte mit einer kleinen Zange und einem Stück Draht eine an mehreren Stellen aufgerissene Fischreuse aus feinem Metalldraht wieder ein. Als Orvek die Fundstücke hingelegt hatte, hob sie ihren Blick, die Zange schwebte noch über der Reuse. Ihr Blick wanderte vom Dreizack über das Schwert und blieb an der massiven Axt hängen.
»Ich habe sie im Kanal gefunden. Sie trieben dort einfach umher. Keine Spuren von einem Kampf oder ihren Besitzern,« sagte Orvek und rieb sich die Hände an seinem Schurz trocken.
Die Ga-Matoran legte ihre Zange beiseite und betrachtete die Fundstücke genauer.
Orvek blickte auf das Wasser zurück, in die Richtung, aus der er gekommen war. »Die Matoran in den anderen Siedlungen nutzen da neuerdings dieses Wort. Vielleicht kennst du es?«
Für einen Moment herrschte Schweigen. Das Tarutaru-Gras am Ufer schimmerte in seinem blassen blaugrün und warf schwache Reflexe auf die polierten Oberflächen der Fundstücke.
»Cordak«, flüsterte die Matoran schließlich. »Meinst du das?«
»Ja!« Orvek nickte. »Weißt du, was das bedeutet?«
Die Matoran wandte den Kopf, richtete den Blick auf ihre eigenen Werkzeuge auf dem Boden neben dem Hocker. Die Zange, den Draht und das Messer zum Entschuppen. Dann blickte sie wieder auf den Dreizack.
»Ich glaube, es war mal ein Name«, sagte sie schließlich. »Soll ich jemanden holen, der sich das anschaut?«
Orvek hob fragend die Schultern. »Hier? Wen denn?«
Die Matoran öffnete den Mund, als wollte sie einen Namen nennen. Aber es kam keiner. In dieser Siedlung gab es keinen Turaga, keinen Hauptmann der Wache und auch keinen Toa. Sie schloss den Mund wieder, nickte Orvek einmal zu und nahm die Reuse wieder auf. Sie kehrte zurück zu ihrer Arbeit und begann, den Draht durch die nächste Masche zu ziehen.
Ein junger Le-Matoran in einer glänzenden, hellgrünen Rüstung, der gerade eine Kiste zum Lagerhaus getragen hatte, trat neugierig näher. Seine gelben Augen leuchteten auf, als er den Dreizack erblickte. Langsam bückte er sich und streckte die Hand aus, die Finger nur Zentimeter vom Protostahl entfernt.
Orvek reagierte schneller, als er es von sich selbst erwartet hatte, und griff nach dem Arm des Matoran. Seine Bewegung stoppte abrupt. Orvek hielt den Griff noch etwas länger, bis er sah, dass aus der Neugier Ehrfurcht wurde.
»Nicht heute. Heute fasst das niemand mehr an, okay?«
Orvek ließ den Matoran los. Dieser zog die Hand zurück, trat einen Schritt vom Stegrand weg und verschwand wortlos im Schatten des Lagerhauses.
Schließlich kehrte Orvek zu seinem Boot zurück, um die restliche, gewöhnliche Fracht zu entladen.
Langsam kehrte der Abend ein. Die Dämmerung sank immer tiefer und legte sich über die Siedlung wie eine dunkle Decke. Das Tarutaru-Gras am Kanalufer fing an, kräftiger aufzuleuchten. Ihr rhythmischer Puls legte sich über den Steg und die schmalen Silhouetten der sonderbaren Fundstücke.
Die Arbeit in der Siedlung war getan. Die letzten Kisten wurden verstaut, bevor auch die restlichen Matoran in ihre Häuser zurückkehrten. Der Steg war nun verwaist, während die Fundstücke die ganze Nacht über ordentlich nebeneinander liegen blieben. Unberührt vom Staub oder dem Wind, der hier ohnehin nicht wehte.
Bionicle: Cordak [Ein Dark Fantasy Roman über das erste Toa-Team] von Marvin Gehrt-Hörster
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Re: Bionicle: Cordak [Ein Dark Fantasy Roman über das erste Toa-Team] von Marvin Gehrt-Hörster
Also ich finde es Klasse, man merkt das du bereits Bücher veröffentlicht hast! Sehr schön geschrieben und spannend.
Außer dass einmal statt Schwert nur schwer steht sind mir auch keine Mängel aufgefallen.
Mach so weiter!
(Übrigens auch schön mal was über Lesovikks Team zu lesen, offiziell gab es so was ja nicht wirklich...)
Außer dass einmal statt Schwert nur schwer steht sind mir auch keine Mängel aufgefallen.
Mach so weiter!
(Übrigens auch schön mal was über Lesovikks Team zu lesen, offiziell gab es so was ja nicht wirklich...)
"That is not dead which can eternal lie, and with strange eons even death may die." - H. P. Lovecraft